Farben mischen

Die Natur mischt keine Farben, sie bringt sie hervor.
Ihre Farbigkeit bildet ab, was in ihr vorgeht. Oder vielleicht auch wer in ihr vorgeht. Oder besser gesagt: wie er/sie/es in ihr vorgeht. Denn Farben sind ein WIE (eine Modalität) für die Sinne, kein WAS.
So betrachtet sind Farben ein Bild (ein Ausdruck) der Natur. Farben sind aber auch ein Teil der Natur. Sie sind Bild und Wirklichkeit zugleich. Wie ist das zu verstehen?
Ob es mit der Rolle des Wahrnehmenden zusammen hängt, für den die Natur als Bild erscheint, sobald er den Standpunkt des Betrachters einnimmt?
Oder einfach nur mit der Grundvoraussetzung, die eingangs gemacht wird: dass nämlich Natur nur zu einem Teil sinnlich erscheint. Aber das ist eine Binsenweisheit.
Trotzdem: Beim Wahrnehmen von Farben ist dieser zweifache Aspekt immer lebendig. Vielleicht meinte Goethe das mit seinem Terminus „sinnlich-sittliche Wirkung der Farben“?

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