Farbige Quartiersentwicklung

Große Teile des Gebäudebestands im Aachener Stadtteil Preuswald werden in diesem und den nächsten Jahren saniert. Atelier Benad wurde vom Eigentümer (VONOVIA S.E.) mit der Farbplanung für die Außenhüllen beauftragt. In den letzten Monaten entstanden zahlreiche polychrome Farbentwürfe, die nun Schritt für Schritt umgesetzt werden. Die Abbildung zeigt ein Ensemble in der Walhorner Straße.

Farbentwurf-Walhorner-Straße-13-20

Blumen-Gewand

Zufällig stand ein Strauß Fresien vor einer Reproduktion des rechten Flügels des „zweiten Wandbilds“ des Isenheimer Altars von Matthias Grünewald.
Die Übereinstimmung der Blütenfarben und -Formen mit der Gewandungsfarbe und dem Faltenwurf aus der Malerei inspirierten mich zu zwei Fotos. Hier sind sie!

Fresien

Martin Minde: Aktive und passive Gestalt der Farbe

Farbe und Gestalt sind untrennbar

1987 veröffentlichte der Münchener Farbkünstler Martin Minde sein grundlegendes Buch „Aktive und passive Gestalt der Farbe“. Seither sind aus seinen weiter in die Tiefe und Breite gehenden Forschungen und Reflektionen über 70 weitere, besonders hochwertig hergestellte Künstlerbücher in kleiner Auflage von Ihm entstanden. Ein Gesamtverzeichnis mit kleinen Einblicken ist erstmalig ab sofort auf der webseite des Künstlers www.farbkunst-minde.de zu finden.
Farbkunst-Martin-Minde

Seine Grundthese ist: Wie Gestalt und Gestalterkennung ihre jeweilige Chrakteristik und „Färbung“ nur im Kontext darstellen können, so ist auch die Identität der konkreten Farben nur für ihren aktuellen Gestaltort gültig. Farbe und Gestalt sind Produkte ihrer spezifischen Beziehung, immer konkret, niemals absolut.

Alles fließt, nicht ist eindeutig, die Möglichkeiten sind unbegrenzt.

So baut man heute

Es gab eine Zeit, in der das Verarbeiten von Baumaterial ganz von allein sinnlich reiche, herrlich strukturierte und sprechende Bilder produzierte.

Heute lässt uns das Baumaterial in dieser Hinsicht im Stich. Selbstverständlich entstehen auch heute Bilder, wenn gebaut wird, und sie sprechen Bände. Sie machen beispielsweise darauf aufmerksam, dass nahezu jedes Bauwerk von Menschen angeschaut wird – ohne dass das Angeschaut-Werden in die Bauplanung eingeht.

Und während früher jedes Bauwerk im Empfindungsraum sein eigenes Leben entfaltete, entfalten viele heute ein Sterben.

So baut man heute Sandstein-Porenbeton

 

Farbenspiel

Im Gegensatz zum „Tollen Hecht“ (letzter Beitrag), der „nur“ gemalt ist, zeigt dieser Schnappschuss aus Sri Lanka eine Szene aus dem wirklichen Leben. Uns interessiert – neben dem Ausdruck – die Farbstimmung: Silbertöne zwischen bläulich und gelblich, dazu kühles Rosa und ein dunkelwarmes Rotbraun. Phantastisch – wie gemalt!

2014-04-Fischhandel-Sri-Lanka

Alles nur gemalt

„Alles nur gemalt“ – 40 Wochenendprojekte für Wände, Möbel, Accessoires

Die einfachste Art, einer Wohnung individuellen Ausdruck und künstlerisches Ambiente zu verleihen, ist der Einsatz von Farbe und Pinsel. In Ihrem siebzehnten Buch zeigen die bekannten Wandgestalter Ursula und Martin Benad Schritt für Schritt, wie jede Wohnung zum Kunstwerk wird:
– Statt vorgefertigter Wand-Tattoos gestalten Sie Ihre eigenen Ornamente und Textbotschaften, die wirklich etwas sagen!
– Ob täuschend echter Sichtbeton, patinierte Holzvertäfelung oder rostige Metalltür: all diese Oberflächen sind „nur“ gemalt!
– Mauern öffnen sich und gewähren Ausblicke in Ihre Traumlandschaft; Vögel schwirren über die zum Himmel geweitete Decke.
– Verblüffende Augentäuschungen gelingen mit ganz einfachen geometrischen Mitteln: Der Untergrund erscheint gefaltet, gewölbt, verbogen.
– Mit Magnetfarbe wird jede Wand zum interaktiven Objekt – und zum farbigen Ausdruck Ihrer Stimmung!
Die 40 kreativen Projekte dieses Buchs machen Lust auf Verwandlung. Alles, was Sie dafür rauchen, ist Farbe, Pinsel und ein Wochenende!
Alles_nur_gemalt
München, 2014: Deutsche Verlags-Anstalt
ISBN: 978-3-421-03979-8
Verkaufspreis € 29,99

Zur Farbigkeit der ADAC-Zentrale in München

Im  „Münchner Stadtrundgang“ vom 18.2.2014 besuchen Christopher Griebel (München-TV) und Martin Benad (Atelier Benad / colors2love.com) die neue ADAC-Zentrale in der Münchner Hansastraße.
Martin Benad gibt aphoristische Interpretationen und Erläuterungen zu dem herausragenden Bau aus dem Architekturbüro Sauerbruch-Hutton.

Farbkunst von Martin Minde jetzt online

Der Münchener Farbkünstler Martin Minde entwickelt seine äußerst komplexen und tiefgründigen Kompositionen auf der soliden Grundlage eines von Ihm entwickelten Farbsystem-Instruments, dem „Homogenen Farbrichtungsraum“.

Minde-Farbkunst

Im Unterschied zu diesem Basissystem, das generell die Farbverwandtschaften darstellt, hat er Farbkörperordnungen entwickelt. Eine davon stellt sich in Form zweier ineinandergreifender Würfel dar, die sich zwischen hellem und dunklem Pol in der Helldunkelachse miteinander verbinden. Es handelt sich um „Tonale Richtungsräume“ in dreidimensionaler Gestalt, die er als räumliches Gitter von Farbtönen in 13x13x13 als gleichmäßig empfundenen, feinen Stufen realisiert hat, wobei diese Gleichabständigkeit mit den räumlichen Bewegungsrichtungen zwischen allen Einzelfarben verknüpft wird, z.B. von Rot oder Gelb über exakte Zwischentöne hin zu Blau.
Minde-Farbkörper

Dass Farben in spezifischen Verbindungen unterschiedlich aufs Empfinden wirken, ist ja bekannt; neu ist jedoch, dass Minde mit seinen beiden Würfeln diese in Polaritäten wie Dur und Moll, männlich und weiblich, Sonne und Mond, die das All beherrschen, fassbar macht.

Zu den vielfältigen Möglichkeiten, auf diesem „Instrument“ zu spielen, gehört besonders die  Verbindung der gerichteten Farbbewegungen der Würfelkörper mit rhythmischer Flächengliederung in unterschiedlicher Richtung auf der Bildfläche, die zur Wirkung von, sich gegenseitig in vielfältiger Weise durchdringenden, Farbformen mannigfacher Gestalt führt.

Minde erschafft auf diese Weise am Computer eine völlig neuartige und vorher nie gesehene Farb-Form-Kunst. Mehr zur Farbarbeit von Martin Minde finden Sie unter www.farbkunst-minde.de.

Schöner wohnen

Je weiter die politischen Umstände, unter denen DDR-Plattenbauten entstanden, zurück liegen, umso mehr wird ihr Charme entdeckt und geschätzt. Oft geht er verloren, wenn Modernisierung, wärmetechnische Ertüchtigung, teilweiser Rückbau etc. zuschlagen, und starkbunte Akzente aus dem historischen Erbe bunte Kasperltheater machen, die dann irrtümlicherweise als „modern“ oder „edel“ bezeichnet werden.
WBS-70-5

Es geht aber auch anders. Unser Entwurf zeigt einen fünfstöckigen Riegel vom Typ WBS-70, der im Zug energetischer Sanierung ein WDVS erhält. Wir greifen die serielle Reihung der Bauelemente auf, um das gesamte Objekt durch den ruhigen Fluss einer auf- und abschwellenden Farbrthymik in die Sphäre musikalischer Klanghaftigkeit zu heben. Die stille, sonnige, leicht melancholische Atmosphäre rund um die Anlage, die wir bei einem Vor-Ort-Termin vor der Renovierung erlebten, haben wir in die Farbigkeit der Brüstungen und des Fassadenanstrichs übersetzt. Mehr zum Thema „organische“ beziehungsweise „systemische Farbenplanung“ finden Sie auf www.colors2love.com

 

Mit Renderbildern in die Zukunft schauen.

Man kann sich nur schwer vorstellen, wie eine geplante Farbgestaltung später in der Realität wirkt. Denn man muss die Farben mit den Augen anschauen, um ihre Wirkung zu empfinden, und das nicht nur auf einem kleinen Farbfächer, sondern im Gesamtzusammenhang.

Darum geht ja so viel schief mit Farbe in der Architektur. Weil der Planer keine Anschauung davon hat, wie die Wirkung sein wird: als Interaktion von Fassade, Dach, Tür, Fenster, Umgebung, Himmel, Sonne, Morgen, Abend…. Oder im Innenraum als Zusammenklang von Bodenbelag, Raumtextilien, Möbeloberflächen, Wandfarben, Beleuchtung und Belichtung…

Erst seit wenigen Jahren lassen sich Farbgestaltungen in fotorealistischer Qualität mit verhältnismäßig geringem Aufwand als 3D-Computermodelle visualisieren. Ein Zauberwort dabei ist „global illumination rendering“, also die Bildberechnung mit differenzierten Glanzgraden, interaktiven Farb- und Lichtwirkungen, Überstrahlungen, Reflexionen…

Derartige Renderings integrieren alle visuellen Informationen in einer anschaulichen Ansicht. Und Änderungen des Farbkonzepts lassen sich dann – weil man sieht, wo es möglicherweise zu Unstimmigkeiten kommt – verhältnismäßig einfach vornehmen, lange bevor Material bestellt oder Wände gestrichen werden.

Auf www.renderbilder.de ist eine interessante Auswahl zu sehen. Wer diese Dienstleistung in Anspruch nehmen möchte, wendet sich am besten an Jürgen Opitz, opitz@renderbilder.de

Anmerkung: „To render“ (englisch) bedeutet „übersetzen“, „wiedergeben“ „leisten“. In unserem Fall bezieht sich das Wort auf das Übersetzen einer 3D-Szene (d.h. eines dreidimensionalen Vektormodells) in ein zweidimensionales Pixelbild.